Stadtjugendring Ingolstadt

Jugendpolitik

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U18-Wahl zur Landtagswahl am 5. Oktober 2018: Die Ingolstädter Jugend hat gewählt

Neun Tage vor der offiziellen bayerischen Landtagswahl durften Kinder und Jugendliche, erstmals in Ingolstadt, auch wählen gehen – wahlberechtigt waren ausnahmslos alle unter 18 Jahren. Am Wahltag standen den jungen Wähler_innen bayernweit 453 Wahllokalen zur Verfügung.  Insgesamt nahmen über 60.000 Kinder und Jugendliche in ganz Bayern teil.

In Ingolstadt organisierte der SJR eine stadtweite U18-Wahl, bei der über 3.600 Wähler_innen von morgen in elf Wahllokalen oder per Briefwahl ihre Kreuzchen auf den Stimmzetteln setzten. U18-Wahllokale mit eigenen Wahlhelfer-Teams gab es an sieben Schulen und in vier Jugendeinrichtungen: Vormittags hatten die Wahllokale von Apian-Gymnasium, Fronhofer-Realschule, Gnadenthal-Gymnasium, Ickstatt-Realschule, Katharinen-Gymnasium, Mittelschule an der Pestalozzistraße und Wirtschaftsschule geöffnet, während nachmittags eine Stimmenabgabe bei der Evangelischen Jugend, im Jugendkulturzentrum Fronte79, Jugendtrendsportzentrum neun und Piustreff möglich war.

Wie bei der offiziellen Wahl wurde auch bei der U18-Wahl mit Erst- und Zweitstimme gewählt. Im Ingolstädter Erstimmenergebnis lag Alfred Grob (CSU) mit 27,8% vor Steffi Kürten (Bündnis 90/Die Grünen) mit 23,4%. Danach folgten Dr. Christoph Spaeth (SPD), Jakob Schäuble (FDP), Johannes Kraus von Sande (AfD), Eva Bulling-Schröter (Die Linke), Petra Flauger (Freie Wähler), Bernd Sandner (Die PARTEI), Raimund Köstler (ÖDP), Christian Doppler (Piratenpartei), Michael Barthelmes (Bayernpartei), Antje Meinen (V-Partei³) und Matthias Knöferl (Partei der Humanisten).

Ein denkbar knapper Ausgang zeichnete sich beim Ingolstädter Zweitstimmenergebnis ab. Mit 19 Stimmen Vorsprung wurde die CSU stärkste Partei vor Bündnis 90/Die Grünen. Die beiden Parteien holten jeweils ca. ein Viertel der Stimmen und zählen somit zu den großen Gewinnern dieser U18-Wahl. Neben CSU und Bündnis 90/Die Grünen hätten fünf weitere Parteien den Einzug in den U18-Landtag geschafft: SPD (10%), AfD (7%), Tierschutzpartei (7%), FDP (7%) und die Linke (6%). Die Freien Wähler wären mit 3,8% an der 5-Prozent-Hürde gescheitert.

Auf bayernweiter Ebene konnte nur das Zweitstimmenergebnis ausgewertet werden. Bei diesem lagen, ähnlich wie beim Ingolstädter Ergebnis, die CSU mit 24% und Bündnis 90/Die Grünen mit 23% vorne. Drittstärkste Partei war auch hier die SPD (11%) vor der AfD (8%), FDP (6%) und den Freien Wählern (5%). Die Linke hätte mit bayernweit 4,3% den Einzug in den Landtag verpasst. Als Ingolstädter Besonderheit fällt das starke Abschneiden der Tierschutzpartei auf (6,6%), die auf ganz Bayern gerechnet nur 3,8% erhalten hat.

Alle Wahlergebnisse zur U18-Landtagswahl sind unter https://www.u18.org/landtagswahl-bayern-2018/wahlergebnisse/ einsehbar.

Im Vorfeld der U18-Wahl haben sich Kinder und Jugendliche mit den Themen Demokratie, Wahlen und Partizipation beschäftigt, haben sich Fragen an Direktkandidat_innen überlegt und mit anderen Kindern und Jugendlichen über Politik gesprochen. Jugendliche selbst waren als Wahlhelfer_innen aktiv und haben die Wahllokale vorbereitet, kreativ gestaltet und am Wahltag betreut. Auch die Stimmenauszählung wurde von den U18-Wahlhelfern_innen, die zuvor eine Wahlhelferschulung beim SJR absolviert haben, selbst durchgeführt.

U18 ist eine der größten Initiativen politischer Bildung, die von und für Kinder und Jugendliche organisiert wird. Sie wird getragen vom Deutschen Kinderhilfswerk, dem Deutschen Bundesjugendring, den Jugendverbänden und Landesjugendringen sowie vom Berliner U18-Netzwerk. Zur bayerischen Landtagswahl hat der Bayerische Jugendring (BJR) die landesweite Koordination übernommen. Die U18-Wahl in Ingolstadt wurde vom Stadtjugendring Ingolstadt organisiert.

Nach der Wahl wurde in der Fronte79 gefeiert! Um 20 Uhr startete die große U18-Wahlparty mit DJ, leckeren Snacks und verschiedenen Tanzauftritten. Neben den jungen U18-Wahlhelfern_innen waren auf der Wahlparty ebenfalls die Landtagsdirektkandidat_innen von neun Parteien und verschiedene Kommunalpolitiker_innen anwesend, so dass ein Austausch zwischen Jugend und Politik zustande kommen konnte. Gegen 21 Uhr wurden die Gewinner-Teams unseres Wahllokal-Wettbewerbs (gesucht waren die drei originellsten Wahllokale Ingolstadts) ausgezeichnet. Der erste Preis in Höhe von 300 Euro (gestiftet von der Sparkasse Ingolstadt Eichstätt) ging an das Wahlhelfer-Team des Piustreffs, die eine besonders kreative Wahlkabine gestaltet hatten. Die Plätze zwei und drei gingen an die Teams der Fronte79 und der Evangelischen Jugend. Gegen 22 Uhr wurde dann schließlich das mit Spannung erwartete Wahlergebnis verkündet!

U18-Wahlen: Das Wichtigste in Kürze

  1. U18 ist ein Projekt der politischen Bildung. D.h. im Vorfeld der bayerischen Landtagswahl 2018 informieren sich Kinder und Jugendliche über Wahlprozesse, Meinungsbildung, politische Themen, Parteiprogramme, diskutieren, stellen Fragen und vergleichen. Neun Tage VOR der Landtagswahl, am 05. Oktober 2018, gehen die U18-Teilnehmer_innen dann (symbolisch) wählen.
  2. Bei U18 ist vieles frei gestaltbar, Kinder und Jugendliche verschiedener Altersgruppen und Hintergründe sollen dort mitgenommen werden, wo sie selbst neugierig sind und einen Einstieg finden. Zudem dürfen alle unter 18 Jahren mitmachen, die selbständig ihr Kreuzchen machen wollen – egal welchen Pass, welche Schuhgröße, Religion oder Frisur sie haben. Aber keiner muss mitmachen.
  3. U18 ist ein sog. „Bottom-Up“-Ansatz und zum Großteil von den U18er_innen selbstorganisiert. Die Kinder und Jugendlichen können ohne bürokratische Hürden Initiative ergreifen, sich von ihren eigenen Interessen ausgehend einmischen und entsprechend politisch ausdrücken.

Effekte von U18

Junge Menschen sollen durch U18 unterstützt werden, ihre Neugierde und Fragen während der Wahlkampfzeit als Ausgangspunkt zu nutzen, um Politik besser zu verstehen. Politiker_innen werden auf lokaler Ebene im Zuge von U18 mit den Themen und Fragen junger Menschen konfrontiert und beziehen Stellung. Damit kann U18 als Begegnungsplattform zwischen Politik und Jugend fungieren, Stichwörter Demografie und Mehrheiten. Der Wahltermin neun Tage vor der Landtagswahl unterstützt die Kids dabei, eine Öffentlichkeit für ihre Anliegen herzustellen. Im Optimalfall hilft U18, Klischees aufzubrechen und politische Dialoge zu fördern.


Ansprechpartnerin beim Stadtjugendring Ingolstadt:

Laura Holzhacker, E-Mail: holzhacker@sjr-in.de, Tel. 0841 93 555 26